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Börsencrash Festival I – 2008
31.05.2008 – Die Börse/ Wuppertal
AXXIS I
CIVILIZATION ONE I ORDEN OGAN I GUN BARREL I THE MYSTERY I SCHATTENSPIELER
Am letzten Tage des Monats Mai
machten wir uns zu zweit auf den Weg in das Tal der Wupper, anlässlich des
Börsencrash-Festival in der Börse Wuppertal. Es war unser erster Besuch in
dieser Lokation und wir waren und sind immer noch beide sehr angetan von dieser
Halle und der familiären Atmosphäre. Ein toller Ort für Konzerte bis maximal 800
Personen, den ich Fans der Live-Musik nur ans Herz legen kann. Allerdings sieht
die Veranstaltungsliste im Bereich Metal für den Rest des Jahres eher schlecht
aus.
Die Ehre den Abend zu eröffnen hatten die
Melodic-Dark-Rocker von SCHATTENSPIELER, deren Musik mir bisher zwar unbekannt
war, mich aber überaus positiv überraschten. Vom ersten Song an überzeugte das
intensive und druckvolle Spiel, gefüllt vom ergreifenden Gesang von Sänger Dave.
Zum Repertoire gehörten nicht nur englische, sondern auch deutsche Texte, was
zuerst verwunderte, der Band aber sehr gut zu Gesichte stand. Obwohl sie die
erste Band waren, herrschte in der Halle bereits Partystimmung. Gänsehaut kam
bei der Ballade �Let Me Go� auf, welche mit sehr viel Emotion dargeboten wurde.
Dann betrat Korry, die Sängerin der nachfolgenden Band noch die Bühne, um
gemeinsam mit Dave das Duett �Sister Terror� zu singen. Toller Song und
krönender Abschluss eines gelungenen Gigs.
Korry, Sängerin von THE
MYSTERY, die ja bereits Gelegenheit hatte sich warm zu singen, konnte somit
sofort als die kleine, sympathische Power-Frau mit der Wahnsinns-Röhre voll
durchstarten und die Gäste in ihren Bann ziehen. Die Band hatte erst einen Tag
zuvor ihr neues Album herausgebracht und hier die beste Gelegenheit das neue
Material live zu testen und unter die Leute zu bringen. Die Spielfreude war der
Truppe sichtlich anzusehen und übertrug sich fast schon infektiös auf die Meute.
Ganz besonders ist mir der Song �Judas Betrayed� im Ohr geblieben, der auch als
Track auf der neuen Platte zu finden ist. Dave von SCHATTENSPIELER konnte sich
für den Besuch von Korry revanchieren und seinerseits THE MYSTERY für ein
weiteres Duett beehren.
Die Kölner GUN BARREL kickten -
mal salopp formuliert - direkt Arsch. Der Funke sprang sprichwörtlich zum
Publikum über und die Band selbst war voller Elan und einem regelrechten
Bewegungsdrang unterworfen, den der Gitarrist auf der Bühne in zahlreichen
Pirouetten auslebte. Kölsche Einlagen von Sänger Xaver sorgten für zahlreiche
Lacher. Songs wie �Dear Mr. Devil� oder �Brother To Brother� lassen einfach
aufhorchen und die Energie der Songs steckt an: man wurde mitgerissen und musste
sich zwangsläufig im Takt der Musik bewegen. Von Zugabe-Chören begleitet, gaben
GUN BARREL mit �Battle Tested� die erste Zugabe des Abends.
Setlist GUN BARREL:
- Front Killer
- Dear Mr. Devil
- Roll Of The Dice
- Keep On Moving
- Cheap Wild & Nasty
- Brother To Brother
- I�m Alive
- Outlaw Invasion
- The Redeemer
- Turn To Black
- Lonely Rider
- On The Road Again
- Battle Tested
Zeit für den Bombast-Metal von
ORDEN OGAN. Sicherlich ist die Komplexität der Songs live schwierig darzubieten,
doch hatte die Band das nach einem holprigen Einstieg schnell im Griff. Wie
erzeugt man die ganzen Chöre die auf Platte zu hören sind? Ganz einfach, man
macht das Publikum zum Chor, was der Band bestens gelang und so herrschte
schnell gute Laune vor der Bühne. Mit dem RUNNING WILD Cover �Riding The Storm�
kam die Band ebenfalls gut an und hisste imaginär die Piratenflagge, bevor sie
sich mit dem Song �Angels War� verabschiedeten und unter verdientem Applaus die
Bühne verließen.
Nun betrat die erst 2006 gegründete und somit noch
relativ junge Band CIVILIZATION ONE die Bühne. Sänger und Gründungsmitglied
Chitral �Chity� Somapala ist jedoch in der Metal-Szene kein unbeschriebenes
Blatt und hat sicherlich auch deshalb schnell eine erlesene Schar von Musikern
um sich versammelt. Der anspruchsvolle melodische Power-Metal der fünf Recken
war ein akustischer Leckerbissen, doch auch optisch ließ sich die Band nicht
lumpen: Chity war überaus agil auf der Bühne und auch davor, denn er ließ es
sich doch nicht nehmen, sich unter das Publikum zu mischen. Unterbrochen wurde
der Gig von einem Heiratsantrag! Die Braut nahm den Antrag an und wir wünschen
den Glücklichen alles Gute. (Anm. d. Red: Kai Pflaume wäre wahrscheinlich nur
unbedeutend weniger peinlich gewesen.) Weiter ging es dann mit CIVILIZATION ONE,
die mit Songs wie �The Lost Souls�, �16� und �Scared� punkten konnten und meinen
Musikgeschmack zielsicher trafen. Ich halte schon mal Ausschau nach weiteren
Konzerten: Chity, wir sehen uns!
Setlist CIVILIZATION ONE:
- Intro (Celestial Sunrise)
- Life Of Agony
- The Lost Souls
- Welcome To Paradise
- 16
- Dream On
- Sacred
- Time Will Tell
- Wishing Well
- Legends Of The Past
AXXIS starteten ihren Set mit dem Titelsong der aktuellen
Scheibe �Doom Of Destiny�. Die Luft war schnell so energiegeladen, dass
einem ganz schwindlig wurde. Die nun durch das abgebaute Equipment der
anderen Bands größer gewordene und mit einem riesigen Backdrop verzierte
Bühne wurde zur Spielwiese von Sänger Bernhard Weiß, der wenn er nicht
Sänger geworden wäre, einen prima Entertainer abgeben würde. Er unterhielt
das Publikum nicht nur mit den Songs, sondern wusste dieses auch mit seinen
lustigen Sprüchen zu unterhalten und hatte so die Lacher stets auf seiner
Seite. Auch wenn das Material der neuen Platte vielleicht nicht jedem
bekannt war, der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Die Menge gierte nach
Klassikern wie �Kingdom Of The Night� oder �Living In A World� und wurde an
diesem Abend nicht enttäuscht.Setlist AXXIS:
- Doom Of Destiny
- Tales Of The Glory Island
- Little War
- Lady Moon
- Stay Don�t Leave Me
- She Got Nine Lives
- Bloodangel
- Astoria
- Angel Of Death
- Instrumental
- Akustik-Set: Heaven In Black, Fire And Ice, Touch The Rainbow
- Wind In The Night
- My Little Princess
- Little Look Back
- Kingdom Of The Night
- The Fire Still Burns
- Flashback Radio
- Living In A World
- Nana Hey Hey Goodbye
Gratulation an das Börsencrash-Team, die dieses kleine,
aber überaus tolle Festival auf die Beine gestellt und bei der Wahl der
Bands guten Geschmack bewiesen haben.
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